Beiträge zur DDR- Geschichte des EinheitsSystem der Elektronischen Rechentechnik (1968-1990)
Rechentechnik der DDR im ESER Der internationale Vertragsrahmen Arbeitsumfeld des ESER in der UdSSR Arbeitsumfeld des ESER in der DDR
Produkte und ROBOTRON-Teams Chancen nach 1990 Beiträge ab 2009  
 
Vorgeschichte der IT der DDR vor 1970
Zur ESER- Startperiode UdSSR/DDR
Systementwurf und Technologie
Wirtschaftlichkeit des ESER
Zwei Architekturlinien
Arbeit mit Prototypunterlagen
 

Das Arbeitsumfeld des ESER in der DDR ( ROBOTRON)

Die ESER- Architektur und das darauf aufbauende Rechnersystem hatten neben ihrer internationalen Bedeutung eine äußerst wichtige nationale Dimension. Alle universellen Rechnersysteme der Datenverarbeitung in Kombinaten und Großbetrieben, Staatsorganen, Banken, Versicherungen, Verkehrsbetrieben, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Betrieben u.a. in der DDR nutzten ESER- Anlagen, in sehr geringem Umfang waren Original- IBM-Importe im Einsatz, wie z.B. in Betrieben des Kombinates "Datenverarbeitung".

Das ESER- Engagement und das Mainframe- Szenarium der DDR findet seine Wurzeln in der umfangreichen nationalen Vorgeschichte und basiert darauf. Die erfolgreiche Produktion von 325 EDVA- Anlagen R300 bei Robotron Radeberg war ein erster, durchaus gelungener Höhepunkt der EDVA- Entwicklung, Produktion und Anwendung in der DDR.

Die Anlage EC 1040 mit Zentraleinheit EC 2640 wurde im März 1973 auf der Leipziger Messe und 4/73 auf der 1. ESER – Ausstellung in Moskau präsentiert. Aufbauend auf einer hohen Qualität und Zuverlässigkeit sowie exakter Liefertreue, der Verfügbarkeit ihrer Komponenten aus DDR- Aufkommen, ermöglichte diese Technik mit ihren 4 Nachfolgern hohe Exportrentabilität.

Diese Linie sollte über 15 Jahre lang ein gewichtiger Baustein für die Rentabilität des Kombinates ROBOTRON und insgesamt die Volkswirtschaft der DDR sein. Diese Ergebnisse konnten trotz starker Einschränkungen erreicht werden, die durch die Embargo- Restriktionen der COCOM wirkten.

Ergänzend sei hier auf >>ROBOTRON Seite Technische Sammlungen Dresden   verwiesen, der bzgl. des Kombinates ROBOTRON einen gewissen Querschnitts-Überblick gibt. Eine Robotron- weite Übersicht zu den volkswirtschaftlichen Zusammenhängen vermittelt Prof. G. Merkel zu Robotron bei Vorgeschichte , ESER Fakten und mehr  ( Auszüge unter Robotron-Vorgeschichte und ESER-Fakten_G.Merkel).

Das Material der o. a. Robotron Seite der Technischen Sammlungen Dresden  bietet zu "ESER" allerdings nur verstreute und deutlich eingeschränkte Informationen. Auch sind nicht alle dort gegebenen Informationen korrekt (z.B. die Wertungen zur Perspektiv- Fähigkeit der ESER- Architektur ab ca. 1985 unter DDR- Bedingungen und bzgl. der Exportchancen oder die MIPS- Angabe zur EC 1057, die Aussagen zur Suche nach ESER4-Lösungen u.a., aber auch zur Vorgeschichte der Arbeiten mit der UdSSR).

Mit den Themen dieser Seite soll das grundsätzliche strategische Herangehen, das Erfolgsrezept der ESER-Linie kurz zusammengefasst werden, dh. ein ESER- spezifischer orthogonaler Schnitt durch die viel breitere Welt der Robotron- Technik erfolgen. Dazu wird auf der Seite >> Systementwurf und Technologie Wichtiges zur Entwicklungsmethodik und den Technischen Rahmenbedingungen der Entwicklungsarbeit zusammengefasst . Auch die Seite >> Produkte und Robotron-Teams wird darüber anteilig berichten.

Die geschichtlichen Details der Entstehungsetappe des ESER um 1968/1969 werden ausführlich im Artikel  Start der ESER- Arbeiten vor 40 Jahren dargestellt. Dort wird auch deutlich, welchen wichtigen Beitrag  DDR- Mitarbeiter mit ihrem prototyporientierten Vorlauf zum Projekt R400 auf die Systementscheidungen der UdSSR nehmen konnten.

Eine umfassende Darstellung des Gesamtthemas der Nutzung von Prototyp- Unterlagen unter Embargo- Bedingungen ist im Abschnitt  Arbeit mit Prototypunterlagen dargestellt (Stand 11/2008). 

Die Rolle des ESER zum Zeitpunkt des 15. Jahrestag der Gründung des ESER/ MRK vermittelt der Überblicksartikel "15 Jahre erfolgreiche DDR Beteiligung am ESER" (Autorenkollektiv).(htm, 117kB ) usw.

ESER- EDVA waren die Basis der Datenverarbeitung der DDR >> Alte DDR_ESER_Rechner vom Westwind. (htm, 15kB ). Nach 1990 fanden sich, sofern Betriebe noch bestanden oder die Mainframe- Anwendung noch wichtig waren , über Nacht bessere (neue oder gebrauchte) IBM- Maschinen in diesen Anwendungen. Die IBM- kompatible Anwendungssoftware verblieb oftmals noch längere Zeit, ganz gleich auf welcher Plattform!

Drei Chefkonstrukteure der DDR im ESER leiteten die Arbeiten der DDR über ca. 20 Jahre gemeinsam mit großen Teams.(Siehe auch "Zur ESER-Startperiode .. ),

 Oben: der erste Chefkonstrukteur Dr. Manfred Günther (rechts) (  sein Nachfolger Prof. Dr. Gerhard Merkel (Mitte) , sowie Dr.Jungnickel (halblinks) bei einem Treffen im Mai 2008 im Gespräch mit Frank Seiffert (vormals GD von Robotron Export/Import).

© Dr.Jungnickel